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Welthunger-Index 2015

(c) Welthungerhilfe

Pressekonferenz Deutsche Welthungerhilfe zum Welthunger-Index 2015. Hunger und Bewaffnete Konflikte (c) Welthungerhilfe

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der hungernden Menschen ist seit 2000 deutlich zurückgegangen. Laut dem Welthunger-Index 2015 des Internationalen Forschungsinstituts für Ernährungs- und Entwicklungspolitik hat sich der Anteil der Unterernährten Menschen an der Weltbevölkerung in den letzten 15 Jahren von 18,5 auf 13,1 Prozent verringert. Besonders groß waren die Fortschritte in Ländern wie Brasilien, Kirgistan, Peru und Kroatien, sie konnten ihre Indexwerte um mindestens 50 Prozent reduzieren. Auch Länder wie Angola, Äthiopien und Ruanda, die noch vor 20 Jahren blutige Bürgerkriege erlebt haben, zeigen, wie sich die Ernährungslage durch große Anstrengungen verbessern kann. „Wir sind heute zuversichtlicher denn je, dass wir den Hunger überwinden können, wenn wir uns nicht auf dem Erreichten ausruhen“, sagte Klaus von Grebmer vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) in Washington DC. „Wir brauchen innovative Ideen, damit sich alle nachhaltig ausreichend und ausgewogen ernähren können.“

Grund zur Entwarnung ist die positive Entwicklung nämlich nicht: Immer noch sind etwa 795 Millionen Menschen unterernährt, jedes vierte Kind ist von Wachstumsverzögerungen betroffen und neun Prozent aller Kinder leiden unter Auszehrung. In jedem vierten Land der Welt ist die Lage weiterhin ernst, besonders im südlichen Afrika und den Bürgerkriegsländern wie dem Tschad oder der Zentralafrikanischen Republik. Ernst ist die Lage auch in Madagaskar, Sierra Leone, Haiti, Afghanistan und Osttimur.

Befeuert wird der Hunger zunehmend von bewaffneten Konflikten. Gerade die aktuellen Kriege, in denen neben nationalen Armeen und Rebellen auch ethnische Milizen, paramilitärische Verbände, Söldner sowie internationale Streitkräfte beteiligt sind, zeigen dies deutlich. Hilfsorganisationen haben kaum Zugang zu den Betroffe-nen und eine langfristige Lösung ist schwierig. Länder, in denen noch Krieg herrscht oder erst vor kurzem beendet wurde, weisen die höchsten Hungerwerte auf wie etwa die Zentralafrikanischen Republik. „Konflikte wie in Syrien, dem Irak oder dem Südsudan sind die größten Hungertreiber“, sagt Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe. „Mehr als 80 Prozent der Flüchtlinge weltweit bleiben in ihrer Heimat oder den Nachbarländern. Sie leiden am stärksten unter der Gewalt und der aussichtslosen Situation. Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit müssen sie täglich um Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung kämpfen. Nur wenn es gelingt, die Ursachen der bewaffneten Konflikte wie etwa in Syrien zu beseitigen, werden wir den Hunger langfristig besiegen können.“

Über die Welthungerhilfe: Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfris-tigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 7.733 Projekte in 70 Ländern mit 2,84 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Ar-mut

 

Video zum Welthunger-Index 2015

Der Welthunger-Index 2015 zum Durchbblättern:

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