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App-Check: GartenBank

Gärtnern 2.0 liegt voll im Trend. Smarte Sensoren melden den Wasser- und Nährstoffbedarf der Pflanzen. Apps liefern Hobbygärtnern nützliche Hinweise und erinnern zum Beispiel an die Pflanzenpflege. Wir haben uns eine besonders interessante Smartphone-App einmal genauer angeschaut: „GartenBank“ 

Der Ansatz der Macher: Hobbygärtnern soll das Bestimmen und die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen erleichtert werden. Außerdem lässt sich mit der App die Verbreitung von Pflanzenkrankheiten in Deutschland großflächig überwachen. Der potenzielle Nutzen dieser Idee ist groß. Es sollen frei verfügbare Verbreitungskarten der Erreger entstehen und diese der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden. Dabei setzen die Macher vor allem auf die Mithilfe der Nutzer. Sie sollen alle entdeckten Pflanzenkrankheiten und Schädlinge mit der Smartphone-App zu fotografieren. Die Entwickler stellen die digitale Infrastruktur und eine Bestimmungsdatenbank für Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Nährstoffmangelsymptome mit Texten und Bildern zur Verfügung. Im Moment müssen die Nutzer ihre eigenen Pflanzen  mit diesen Beispielen noch selbst vergleichen. Gerade für unerfahrene Gartenfreunde ist das eine große Herausforderung.

Langfristig soll aber eine automatisierte Diagnose eingeführt werden, versprechen die Macher.  Für die Entwicklung der Automatisierung benötigen sie allerdings so viele Bilder wie möglich. Daher bitten sie alle Hobbygärtner und Landwirte entdeckte Krankheits- und Schädlingssymptome mit der App zu fotografieren und zu teilen. Eine automatische, fotobasierte Bestimmung von Pflanzenkrankheiten, Schädlingen und Mangelsymptomen wäre auch im professionellen Pflanzenbau durchaus hilfreiche, um effektiven und gezielten „Integrierten Pflanzenschutz“ zu betreiben. Bei dieser Pflanzenschutzmethode werden ausschließlich spezifische Substanzen gegen einzelne Krankheiten und Schädlinge gespritzt. Gerade für Hobbygärtner ist integrierter Pflanzenschutz besonders schwierig. Daher werden erkrankte Tomaten oder Apfelbäume häufig mit unspezifischen Spritzmittel behandelt, die auch geschützte Bestäuber wie Hummeln und Bienen schädigen oder töten können.

Langfristig könnte eine kontinuierlich beobachtete Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen auch Präventionsmaßnahmen ermöglichen, Risikogebiete identifizieren und leichtfertige Ausbreitung verhindern. In der Landwirtschaft könnte zum Beispiel Raps in Regionen mit besonders schwachen Populationen des Hauptschädlings, dem Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus), angebaut werden.

Fazit: GartenBank ist aus unserer Sicht eine gelungene App mit viel Potential.

Mehr Infos zu dem Projekt gibt es unter: pflanzen-krankheiten.de

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